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AUFRUF ZUM WIDERSTAND





Theodorakis - Glezos, 1.2.2012


Mikis Theodorakis, Komponist, Polit-Aktivist und Volksheld, ist wiederauferstanden. "Wir erleben heute eine nationale Tragödie", rief der 86-Jährige vergangene Woche mit zittriger Stimme begeisterten Athenern zu. "Ohe Grund" seien die Griechen an "den Rand des Abgrunds manövriert worden." Der Musiker, der in den sechziger Jahren die Melodien zum Kultfilm "Alexis Sorbas" schrieb, kann sich kaum noch bewegen, aber sein Kampfeswillen ist der alte: "Einheitlicher und demokratischer Widerstand" heißt seine neue Bewegung, die er vergangenen Mittwoch (n. b.: 1.2.2012) öffentlich vorstellte, abgekürzt "E.la.da", das heißt, in einem Wort gelesen "Griechenland". Während Übergangspremier Loukas Papademos mit den privaten Gläubigern um eine Lösung für den geforderten Schuldenschnitt ringt, richtet Theodorakis seinen Widerstand gegen die "Besatzer" und die rigiden Sparauflagen: "Durch die Verelendung der Gesellschaft will die Troika die griechische Nation und den Staat Schritt für Schritt auflösen." Eine neue Partei zu der im April geplanten Parlamentswahl will er, zumindest vorerst, nicht gründen, obwogl ihn viele dazu drängen.

(Es folgen einige typisch gehässigen Spiegel-Bemerkungen, die wir unsern Lesern ersparen wollen).

Aus Der Spiegel, 6.2.2012





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